MeteoSchweiz

Der Altweibersommer

Der Altweibersommer, die willkommene Schönwetterphase im Herbst, gehört zu den bekanntesten Witterungsregelfällen im jährlichen Witterungsablauf. Im Flachland kann die Sonne im Herbst allerdings auch bei Schönwetterlagen durch Nebel oder Hochnebel verdeckt sein, was die Wirkung des Altweibersommers schmälert.

 

Markant vor allem in der Höhe

So richtig zur Geltung kommt das schöne Wetter des Altweibersommer in Berglagen über dem Nebelmeer. Als Schönwettertag definiert MeteoSchweiz, wenn die relative Sonnenscheindauer 80 Prozent oder mehr erreicht. Das heisst, die Sonne darf von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nur zu einem Fünftel der Zeit von Wolken verdeckt werden. Als ideale Messstation zur klimatologischen Erfassung des Altweibersommers bietet sich Davos an. Die Aufzeichnungen der täglichen Sonnenstunden reichen hier mehr als ein Jahrhundert zurück.

 

Ein Oktober-Phänomen

Aus der Bestimmung der Schönwetterhäufigkeit an den Tagen der Monate September und Oktober wird eindeutig klar, dass der Altweibersommer ein Mitte-Oktober-Phänomen ist. In der gesamten betrachteten Periode von 1901-2007 zeigten die Tage vom 12. bis zum 17. Oktober am häufigsten schönes Wetter (Figur 1). Insbesondere waren der 12., 13. und 14., sowie der 16. und 17. Oktober in mindestens 50 Prozent der Fälle, im langfristigen Durchschnitt also mindestens jedes zweite Jahr schön. An den übrigen Oktobertagen sowie im September war schönes Wetter sichtbar weniger häufig.

 

Häufigkeit der Schönwettertage im Monat September und Oktober in der Periode 1901-2007, analysiert für die Messreihe Davos

Figur 1: Häufigkeit der Schönwettertage im Monat September und Oktober in der Periode 1901-2007, analysiert für die Messreihe Davos.

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Auch unter den aktuellen Klimabedingungen ist der Altweibersommer im Oktober ein Thema. In der Periode der automatischen Messungen 1981-2007 ist zwischen dem 13. und dem 28. Oktober eine deutliche Häufung von Schönwettertagen zu finden. So waren der 13., 16., 22., 25. und 27. Oktober in mindestens 50 Prozent der Jahre Schönwettertage. Der 14., 18., 26. und 28. Oktober zeigten in knapp 50 Prozent der Jahre schönes Wetter (Figur 2). Für die anderen Oktobertage liegt die Schönwetterhäufigkeit nur zwischen 20 und knapp über 40 Prozent.

 

Auffallend ist, dass in der Phase vom 19. bis zum 24. Oktober mit oft weniger sonnigem Wetter der 22. Oktober als häufigster Schönwettertag heraus sticht. Abgesehen von diesem Einzeltag trennen diese oft eher trüben Tage den heutigen Altweibersommer in eine erste Phase vom 13. bis zum 18. Oktober, sowie in eine zweite Phase vom 25. bis zum 28. Oktober.

 

Häufigkeit der Schönwettertage im Monat September und Oktober in der Periode der automati¬schen Messungen 1981-2007, analysiert für die Messreihe Davos.

Figur 2: Häufigkeit der Schönwettertage im Monat September und Oktober in der Periode der automatischen Messungen 1981-2007, analysiert für die Messreihe Davos.

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Zur Herkunft des Namens

Die Herkunft des Namens wird in der meteorologischen Fachliteratur nicht diskutiert. Der Name soll sich von Spinnfäden herleiten, mit denen junge Spinnen im Herbst durch die Luft segeln. Mit „weiben“ wurde im Altdeutschen das Knüpfen der Spinnweben bezeichnet, wobei das Wort weiben für das heutige Wort weben verwendet wurde. Im Volksglauben wurden diese Spinnweben offenbar auch für Gespinste von Elfen, Zwergen und anderer mythologischer Figuren gehalten. So zu lesen unter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Altweibersommer.

 

Der Begriff „alt“ ist gemäss Duden-Bedeutungswörterbuch im Zusammenhang mit „spät“ zu verstehen. Der Altweibersommer ist demnach der Spätsommer oder Nachsommer.

 

Ein ausführlicher Bericht mit mehr Details zum Altweibersommer:

Altweibersommer.pdf, 92 KB

 

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