MeteoSchweiz

Der Märzwinter

Auch wenn der klimatologische Winter mit dem Februar zu Ende geht und sich dann viele auf den lang ersehnten Frühling freuen, sind winterliche Verhältnisse in der ersten Märzhälfte selbst im Flachland der Alpennordseite ein fester Bestandteil des Schweizer Klimas. Der Märzwinter kann deshalb zu den sogenannten Witterungsregelfällen gezählt werden. Als Witterungsregelfall oder Singularität wird eine an bestimmten Kalendertagen mehr oder weniger regelmässig auftretende Abweichung vom mittleren jährlichen Gang der meteorologischen Elemente bezeichnet.

 

Häufung von Neuschneefällen um den 6. März

Nachdem gegen Ende Februar im langjährigen Durchschnitt die Häufigkeit von Neuschneefällen geringer wird, ist in den ersten Märztagen wieder eine Zunahme der Neuschnee-Ereignisse zu beobachten. Diese Zunahme kulminiert am 6. März, und zwar sowohl im Flachland als auch entlang des Alpennordhangs bis in eine Höhenlage von rund 1000 Meter. (Abb. 1). Einen extrem heftigen Märzwinter mit Rekordschneehöhen erlebte das Flachland der Alpennordseite am 4./5. März 2006.

 

Märzwinter in der Ostschweiz

Abbildung 1: Anzahl Neuschnee-Ereignisse pro Kalendertag in der Periode 1931-2009 in der Ostschweiz (Mittel der Messstationen St. Gallen, Zürich, Luzern, Einsiedeln, Elm).

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Märzwinter in der Höhe sehr schön ausgeprägt

In grösserer Höhe zeigt sich der Märzwinter als noch markanteres klimatologisches Phänomen. In der über 100 jährigen Schneemessreihe von Arosa (1840 m ü.M.) ist zwischen dem 1. und 7. März die Häufigkeit von Neuschneefällen deutlich erhöht im Vergleich zur vorausgehenden zweiten Februarhälfte und zur den nachfolgenden Märzwochen (Abb. 2).

 

Märzwinter Arosa

Abbildung 2: Anzahl Neuschnee-Ereignisse pro Kalendertag in der Periode 1890-2009 an der Messstation Arosa (1840 m ü.M.).

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Winterende im Flachland nach dem Märzwinter

Im Flachland der Alpennordseite geht im langjährigen Durchschnitt nach dem Märzwinter die eigentliche Wintersaison schnell ihrem Ende entgegen. Die Häufigkeit von Neuschneefällen nimmt nach dem Märzwinter rasch ab. Im letzten Märzdrittel ist an der Messstation Luzern nur noch etwa alle 10 bis 20 Jahre mit Neuschnee zu rechnen (Abb. 3). Das heisst aber nicht, dass nach diesem Datum Schnee kein Thema mehr ist. Der launische April ist bekannt dafür, dass er dem Flachland der Alpennordseite hin und wieder eine Schneedecke beschert. Allerdings ist diese meist geringmächtig und verschwindet oft bereits nach wenigen Stunden wieder.

 

Märzwinter Luzern

Abbildung 3: Anzahl Neuschnee-Ereignisse pro Kalendertag in der Periode 1893-2009 an der Messstation Luzern (454 m ü.M.).

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