Am 23. März feiert die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und ihre 189 Mitgliedsländer den Welttag der Meteorologie 2010. Er soll an den Gründungstag der WMO, die ihren Sitz in Genf hat, am 23. März 1950 erinnern. Das Thema des diesjährigen Welttags der Meteorologie ist „60 Jahre im Einsatz für die Sicherheit und das Wohlergehen der Gesellschaft“.
Bereits vor 60 Jahren begann eine friedliche Zusammenarbeit zwischen den verschiedensten Nationen, die ohne Beispiel war. 31 Länder, darunter die Schweiz, Frankreich, England und USA, hatten bereits vor der Gründung dem Konventionstext der WMO einhellig zugestimmt. Man hatte erkannt, dass sich aus weltumspannenden aktuellen Wettermeldungen verlässlichere Wetterprognosen erstellen lassen. Für Schweizer Wetterprognosen beispielsweise sind neben den Informationen aus den Nachbarländern vor allem die Wettermeldungen vom Atlantik – der Wetterküche Europas – unerlässlich. So arbeiteten von Beginn an selbst Krisengebiete zusammen, ohne Rücksicht auf die politische Grosswetterlage.
Rückblickend haben die letzten sechs Dekaden bemerkenswerte wissenschaftliche und technologische Leistungen gebracht, wie etwa den Start von Satelliten, die Simulation der Vorgänge in der Atmosphäre mittels numerischer Modelle oder die Entwicklungen in der Telekommunikation. „Erst damit wurden der globale Datenaustausch in Echtzeit, die Analyse der Klimaänderung oder mehrtägige Wettervorhersagen überhaupt möglich“, sagt Alex Rubli, Leiter Internationale Zusammenarbeit der MeteoSchweiz. Hoffte man 1950 auf eine zuverlässige 24- bis maximal 36-Stunden-Prognose, ist das Wetter heute bis zu 7-Tage prognostizierbar. „Der Fortschritt machte aus der Meteorologie ein fein getaktetes, aber enorm komplexes globales Räderwerk, auf das sich täglich Millionen von Menschen verlassen. Damit es auch in Zukunft funktioniert, braucht es die WMO mehr denn je als ordnende und koordinierende Instanz“.
Die WMO gilt als Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN). Als solche schafft sie Grundlagen für die internationale Kooperation beim Aufbau und Unterhalt von meteorologischen und hydrologischen Mess- und Beobachtungsnetzen. Sie gewährleistet den raschen Austausch der Daten, sorgt für die Standardisierung der Wetterbeobachtungen, die Ausbildung der Meteorologen und den Wissenstransfer. Durch das Weltklimaprogramm leistet die WMO wichtige Beiträge zum Verständnis des globalen Klimas. Sie fördert die Anwendung dieses Wissens im Umgang mit Klimaänderung und Klimavariabilität. Andere WMO-Programme sorgen für die Weiterentwicklung der Anwendungsmöglichkeiten der Meteorologie für Luftfahrt, Landwirtschaft, Extremwetterwarnungen usw. Mit ihrer Tätigkeit fördert die WMO die volkswirtschaftliche Entwicklung der Nationen und schafft wesentliche Voraussetzungen zum Schutz der Umwelt.
Weitere Auskünfte
Bärbel Zierl, Informationsbeauftragte, media@meteoschweiz.ch, 044 256 93 51
Hintergrundinformation
Mehr zur Arbeit der WMO erfahren Sie in der Broschüre zum Welttag der Meteorologie „World Meteorological Organization – 60 years of service for your safety and well-being”. Sie können die Broschüre zum Jubiläum bei uns bestellen oder unter www.wmo.int/worldmetday/index_en.html
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