In der vierten Adventswoche herrschte frostiges und unter dem Hochnebel graues Winterwetter (siehe Abbildung 1). Aus Nordosten wurde kontinuierlich kalte, aber auch recht trockene Kontinentalluft aus Osteuropa zu uns geführt. In den Alpen und auf der Alpennordseite wurden dadurch mehrere Eistage in Folge registriert. Unter dem Hochnebel schwankten die Temperaturen zwischen -4 und -2 Grad. In den höhergelegenen Alpentälern bliebt es klar, damit sanken die Temperaturen in den Nächten deutlich tiefer ab. Klirrende Kälte herrschte beispielsweise in der Nacht auf den 16. Dezember in Samedan mit -26 oder in Buffalora am Ofenpass mit -29 Grad. Am vierten Advendssonntag (20. Dezember) wurden dann durch ein Schwall Arktikluft auch im dem Mittelland sehr tiefe Temperaturen registriert. Ein ausführlicher Bericht hierzu ist hier zu finden.
Abbildung 1: Unten grau, oben blau. Der Hochnebel am 15. Dezember von oben (Pilatus, 2132 m.ü.M.) und von unten (Zürichberg, 560 m.ü.M.)
gross.jpg, 100 KBWie gewonnen, so zeronnen...
Schneefälle in der Nacht auf Montag, 21.12.09
Nach einem wunderschönen und klirrend kalten 4. Adventssonntag setzten gegen Abend aus Westen rasch Schneefälle ein. Insbesondere in der Nordschweiz, dem Jurasüdfuss entlang aber auch in den Voralpen schneite es, begleitet von teils starken bis stürmischen Westwinden, recht ergiebig. Im Laufe des Montags verstärkte sich dann der Druckgradient über den Alpen, was insbesondere in den Abend- und Nachtstunden auf Dienstag, 22.12.09 in den Föhntälern zu einem starken Föhnsturm führte. Bericht "Starker Föhnsturm im Urner Reusstal"
Warmlufteinbruch am Dienstag, 22.12.09
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Ausblick auf die Weihnachtstage
Die aktuellen Modellunterlagen (Stand 24. Dezember 12 Uhr) zeigen für die Weihnachtstage folgende Entwicklung:
Nach einem meist trüben Heiligabend zieht in der Nacht auf den Weihnachtstag ein kräftiges Tief von der Biskaya gegen die Beneluxstaaten. Auf dessen Vorderseite verstärken sich die Stauniederschläge entlang des Alpensüdhangs erneut. Die Schneefallgrenze bewegt sich dabei zwischen 800 und rund 1200 Meter. Aber auch in Westschweiz und später auch im östlichen Mittelland zieht in der Nacht auf den Weihnachtstag Regen auf. Einzig entlang des zentralen- und östlichen Alpennordhangs sollte es föhnbedingt noch trocken bleiben.
Am Weihnachtsmorgen überquert dann die Kaltfront mit stürmisch auffrischendem Westwind den Jura und zieht in der Folge weiter gegen Osten. Somit ist insbesondere am Vormittag verbreitet mit böig auffrischendem Westwind und Niederschlag zu rechnen. Die Schneefallgrenze sinkt vorerst gegen 600-800 Meter. Dem Alpennordhang entlang kommt es mit dem Druckanstieg zu einer Stauphase mit Schneefällen. Am Nachmittag überquert ein sogenannter Höhentrog den Alpenraum. Dabei ziehen auch im Flachland wieder Schauer auf, dabei sinkt die Schneefallgrenze teilweise bis in tiefste Lagen und es ist möglich, dass sich bis am Abend da und dort lokal eine dünne Schneedecke bilden kann.
In der Nacht auf den Stephanstag kommt es zu einer raschen Wetterberuhigung und es klart überall auf. Dabei sinken die Temperaturen in der frisch eingeflossenen Polarluft bis am Stephanstagmorgen auf -3 bis -6°C im Mittelland. In den Alpentälern können wesentlich tiefere Werte (Samedan im Oberengadin -20°C) erwartet werden.
Am Stephanstag wird es im Bereich eines Zwischenhochs meist sonnig, und in erhöhten Lagen wird es im Tagesverlauf mit dem Anstieg der Nullgradgrenze gegen 2000 Meter angenehm mild. Einem Ausflug in die frisch verschneite Bergwelt steht also nichts im Wege.
Das Team von MeteoZürich wünscht allen Lesern ein schönes Weihnachtsfest.
Rückblick auf vergangene Weihnachtstage
Dass die Weihnachten im Mittelland wie wahrscheinlich dieses Jahr nicht weiss sind, ist jedoch eher die Regel als die Ausnahme. Grüne Weihnachten im Schweizerischen Mittelland sind nämlich häufiger als weisse. So lag in Bern in den vergangenen 78 Jahren nur in 42 %, in Zürich (siehe Abbildung 3) nur in 43 % der Jahre an mindestens einem der Weihnachtstage mindestens 1 cm Schnee. Wirklich weisse Weihnachten mit Schnee an allen drei Weihnachtstagen gab es in Bern und in Zürich in lediglich 26 % der Jahre.
Nicht erst heute sind weisse Weihnachten ein Thema. In einer Witterungsaufzeichnung der Jahre 1911 bis 1914 aus dem Kanton Luzern findet man die folgende Bemerkung:
Echte Winterkälte und Schneeherrschaft sind dem Christmonat seit einigen Jahren fast unbekannte Dinge geworden. Kein Weihnachtsgedicht, das von Kälte, Schnee und Eis redet, wollte mehr passen. Hörte ich doch jemanden sagen: "Heute wird Weihnachten im Freien gefeiert; im Garten draussen muss das Bäumchen brennen, und dort singen wir unsere Lieder und deklamieren die Gedichte."
Aus: Arnet N., 1915(?): Übersicht der Witterung in den vier Jahren 1911 bis 1914. Bearbeitet nach den Beobachtungen der Meteorologischen Station Luzern. Separatdruck aus den Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft Luzern. VII Band.
Abbildung 3: Weihnachtstage mit mindestens 1 cm Schnee zwischen 1931 und 2008. An 43 Prozent der Weihnachtstage lag weniger als 1 cm Schnee an der Messstation Zürich.
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