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In der Nacht auf Montag 30. November ist auf der Alpennordseite frische, polare Kaltluft eingeflossen und hat der im ganzen Monat anhaltenden milden Witterung ein Ende gesetzt. Auf der Alpensüdseite sind bereits in den vergangenen 24 Stunden aus der herangeführten subtropischen Warmluft intensive Stauniederschläge gefallen, die mit der starken südlichen Höhenströmung über den zentralen und östlichen Alpenkamm in die angrenzenden Gebiete des Alpennordhangs verfrachtet wurden. Eine Übersicht über die Wettersituation am Montagmorgen um 06 UTC ist in Abbildung 1 dargestellt.
Abbildung 1: Wetterkarte mit Satellitenbild (farbige Flächen: Wolkenoberflächen-Temperatur), Wettermeldungen und Blitzentladungen im Alpenraum (schwarze Punktsymbole) am Montag 30. November 2009, 06 UTC. Im Alpenraum dominieren die Schneefall-Meldungen (violette Sterne), im Trentino und in Ligurien traten auch Gewitter auf. gross.png, 1.0 MBWährend auf der Alpensüdseite und in Teilen der Alpen schon am Vortag intensiver Schneefall einsetzte und im Norden noch stürmischer Föhn wehte (siehe ausführlichen Bericht), begann es im Flachland der Alpennordseite erst im Verlauf des Montags zu schneien, als die Kaltluft von Westen her einfloss. Die zunehmende Mächtigkeit der einfliessenden Kaltluft, die sich wie ein Keil unter die warme Höhenströmung schob, wird gut in den Windprofiler-Messungen in Payerne sichtbar (Abbildung 2): die schwachen Winde aus West bis Nord markieren den einfliessenden Polarluftkörper, darüber wehen südliche Winde der „Scirocco“-artigen Luftmasse aus dem Mittelmeerraum. Die Luftmassengrenze ist mit einer blau gestrichelten Hilfslinie eingezeichnet.
Abbildung 2: Verlauf der vertikalen Windprofile zwischen Sonntagabend und Montagmittag, gemessen mit dem Windprofiler in Payerne. Die Windfiedern zeigen die Richtung des Windes (Orientierung der Fieder) und dessen Stärke (Farbcodierung: violett ist schwacher Wind, rot/schwarz ist starker Wind). gross.gif, 115 KBDie NeuschneemengenAb Sonntagnachmittag kamen auf der Alpensüdseite mit der Staulage (Link zum Bericht) schon beachtliche Neuschneemengen zusammen. Bis am Montagmorgen war dann rund über ein halber Meter Neuschnee gefallen. Am Montagmorgen um 06 UTC wurden die grössten Mengen in Bosco Gurin im Maggiatal mit 76 cm Neuschnee, in Maloja im Oberengadin mit 65 cm gemessen. In der Nacht auf Montag setzten dann auch auf der Alpennordseite Niederschläge ein. Im Flachland fielen die Niederschläge in einer ersten Phase als Regen oder Schneeregen. Nebst der allgemein tiefer liegenden Schneefallgrenze in der Kaltluft unterstützte in einer zweiten Phase die Niederschlagsabkühlung ein kontinuierliches Absinken der Schneefallgrenze bis ins Flachland. Mit den bis am Dienstag anhaltenden Niederschlägen gab es im Flachland im Raum Zürich auf 550 Metern um 7 cm, auf 600 Metern etwa 15 cm und auf 700 Metern doch 20 cm. Den Voralpen entlang wurden am Dienstagmorgen z.B. 31 cm in Einsiedeln oder 25 cm in St. Gallen gemessen. In Elm auf 965m.ü.M. gab es in 24 Stunden 63 cm Neuschnee. Besonders intensiv waren die Schneefälle am Montag dem Alpenhauptkamm entlang. Von Ulrichen im Goms über den Grimsel bis nach Disentis fielen innerhalb von 12 Stunden um 70 cm Neuschnee. Die 24-stündigen Neuschneesummen in Adelboden (57 cm) und Andermatt (88 cm) waren die zweithöchsten Werte seit Messbeginn 1966. Die Neuschneemengen über 3 Tage sind in Abbildung 3 dargestellt.
Abbildung 3: Neuschneesumme der 3 Tage 29. November bis 1. Dezember. Die grössten Schneemengen fielen entlang dem Alpenhauptkamm. Quelle: WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF WSL - Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLFgross.gif, 86 KBAbbildung 4: Radarbilder vom Montagmittag 30. November, 12 UTC, überlagert mit Wettermeldungen der Beobachter. Animation.gif, 3.7 MBKlimatologisches zum WintereinbruchNachdem der erste Wintereinbruch in den Bergen bereits am 12. Oktober stattfand (siehe ausführlichen Bericht), konnte im Flachland also die erste Schneedecke am 30. November beobachtet werden. Der Termin der ersten winterlichen Schneedecke ist massgeblich von der aktuellen Wetterlage abhängig und damit bis zu einem gewissen Grad auch zufällig. Ein einheitlicher gesicherter Trend zu einem späteren Termin der ersten Schneedecke, was die allgemeine Erwärmung erwarten liesse, ist anhand der Originaldaten vorderhand nicht nachweisbar.
Abbildung 5: Termin des ersten messbaren Schnees in Zürich der Periode 1931-2008. Der Termin des ersten messbaren Schnees ist jeweils als Tag im Jahr ab dem 1. Januar dargestellt. Der Beginn des meteorologischen Winters am 1. Dezember entspricht somit dem Tag 335 (rote Linie). Fällt der erste Schnee erst nach dem 31. Dezember, also im folgenden Kalenderjahr, so werden die Tage des neuen Jahrs addiert. Dadurch ergeben sich Zahlen grösser 365 bzw. 366 in einem Schaltjahr (grau schattierte Fläche). gross.gif, 31 KBWeitere EntwicklungDie Niederschläge gehen am Dienstag 1. Dezember allmählich zu Ende, am Alpennordhang ist noch mit etwas Schneefall zu rechnen. Die fünf mal täglich aktualisierten Vorhersagen sind unter Detailprognose zu finden. Auf unserer Gefahrenseite werden die laufenden Unwetterwarnungen grafisch dargestellt und in kurzen Textbulletins erläutert.
Letzte Aktualisierung des Berichts: Dienstag 1. Dezember 10 Uhr.
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Winter am Zürichberg. Im Messgarten der MeteoSchweiz (550 M.ü.M.)wurden am Dienstagmorgen 7cm Neuschnnee gemessen. (Foto: Andreas Hostettler) gross.jpg, 2.9 MBIn Klosters auf 1200 M.ü.M betrug die Schneehöhe am Dienstagmorgen rund 42 cm. (Foto: Michael Kasper) gross.jpg, 139 KBTiefster Winter auf dem Albispass auf knapp 800 M.ü.M. Am Dienstag-nachmittag wurden hier 28 cm Schnee gemessen. Am Morgen betrug hier die Schneehöhe schätzungsweise 35-40 cm. (Foto: Dani Gerstgrasser) gross.jpg, 279 KB |








